|
2002 habe ich wahrscheinlich den Virus letztendlich eingefangen. Ich habe aus Spass mit alten Kreiden ein kleines Bild aus einer Feinschmeckerzeitung abgemalt. Es handelte sich um eine Koch der den Wein in einem Gals beurteilt, während er es gegen die Sonne hält. Ich habe es auf einem grauen ca. Din A4 großen Pastellblock gemalt. Ich war lange damit beschäftigt und letztendlich über das Ergebnis angenehm überrascht. Aus der zeitlichen Ferne betrachtet gibt es natürlich einige Mängel in Bezug auf die Proportionen.Aber es war wohl ein entscheidender Anfang.
Kurz darauf habe ich in einem Katalog ein Bild gesehen, das mir sehr gefallen hat. Ich wollte es aber nicht 1:1 nachmalen, deshalb habe ich einige Farbstudien dazu gemacht.Keine davon gefiel mir, also habe ich ein riesiges Blatt Papier (70 x 100 cm) genommen und die Thematik in Gelb und Weiß zu Papier gebracht. Sah echt toll aus, aber dann habe ich es mit einem Spray fixiert und von der weißen Wand ist nichts übrig geblieben. Zum Leidwesen meiner Frau hing das Bild dennoch einige Monate als schlechtes Beispiel im Wohnzimmer.
Dann kam wohl das erste von 100erten von Büchern. Ein Buch über die Pastellmalerei. Ich habe einige Bilder davon nachgemalt und auch eigenes probiert. Ich fand es nicht sehr toll.
Zwischenrein habe ich, weil mir andere Darstellungen mit Rötel und Sepia sehr gefielen auch andere Bilder gemalt, die mehr schlecht als recht waren.
 Auch ein Bild meiner Tochter, damals 3 Jahre alt, habe ich so weiterentwicke lt, dass ein Teich mit Schilf daraus entstand. Zu dem Zeitpunkt möglerweise in Bezug auf Kontrast und Bildaufteilung das bisher Beste.
Dann kamen noch weitere: Mal ein Versuch mit alten Oelpastellen, die irgendwo in einer Schublade geschlummert haben. Einfach grausam.
 
Und dann war da noch:
Ein kleiner, schiefer Kopf mit Pastellkreide, der mir einfach so aus der Hand “flutschte”. Damit war eine erste Vorliebe für Pastellkreiden gelegt.
Der nächste Urlaub musste für die ersten Schritte im Metier der Malerei und des Zeichnens herhalten. Papier, Stifte, Kreiden waren mit dabei. Es entstanden die ersten “Werke” und ein verhängnisvolle weitere Vorliebe. Plötzlich reizten mich Portraits. Portraits von Personen, die darauf wiedererkennbar sein sollte. Ohne es zu wissen, hatte ich mir das nahezu schwierigste Thema der Malerei ausgesucht. Die ersten Versuche - ABER - ich wollte mich ja “Outen”! und den anderen Zeichnern, die sich am Thema versuchen auch etwas Mut machen .
Zum Glück kamen auch ein paar andere Motive zum Zug, die z.T. etwas besser von mir umgesetzt werden konnten.
Eine Ansicht des einizgen Ladens im Urlaubsort. Hier nur als Kopie, da das Original tatsächlich dort im Laden hängt.
Dann haben mich auch noch die Farben in den Bann gezogen. Da erste Bild existiert gar nicht mehr. Ich habe es gemalt, in auf den Balkon der Ferienwohnung gegangen und just in dem Moment fing es an zu regnen. Die Regentropfen hinterliesen unerwünschte Kleckse auf dem Bild, worauf ich es zerknüllte und wegwarf. Die weiteren Bilder habe ich kurz gemalt und dann bewusst dem regen ausgesetzt um die verschiedenen Einflüsse der Regentropfen darauf festzuhalten.

Die Bilder waren schon recht frei, denn die dargestellten Dinge waren kaum mehr zu erkennen.
  Falls es noch nicht klar war: es war ein Urlaub am Meer. Einen weiteren Einfluss nahm ein junger Strassenmaler, der binnen weniger Minuten tolle Karikaturen der Leute erstellte, die vorbei kamen und zahlungskräftig waren. Ich habe ihn aus dem Gedächtnis hier abgebildet. Seine Klasse habe ich auch bisher noch nicht erreicht.
Ich habe mich viel mit Portraits beschäftigt, auch mit Versuchen zur Karikatur.
100erte von Bildern, Versuchen in kleinen Blöcken, angefertigt in der Straßenbahn, an Haltestellen, auf Festen, von Besuchen, ...
Ich kann Ihnen nur sagen: Es ist tierisch schwierig, wor allem dann, wenn Sie auch noch Ähnlichkeit erreichen wollen.
Eine grausame Zeit in Bezug auf das Zeichnen.Eigentlich hatte keines der Bilder zu dem damaligen Zeitpunkt eine Ähnlichkeit mit dem Modell.
Erholsam waren dann die Versuche mit anderen Motiven und auch mit anderen Mal- bzw. Zeichenmitteln.
  
Das letzte Bild hier mit den 3 Eichen hat wiederum eine besondere Bewandnis. Es dürfte eines der schwersten Bilder sein, die ich gemalt habe. Es ist ca. 50 x 70 cm groß und wurde mit Pastellkreide auf Karton und sehr viel Spray erstellt. Aus einem Buch hatte ich die Technik mit dem Abschaben von Farben von der Kreide direkt auf den Untergrund gefunden. Mit einem Spachtel sollte die Farbe festgedrückt werden, damit diese hält. Selbst mit Unmengen von Spray hält die Farbe bis heute nicht.Das Bild ist wirklich richtig schwer und dies auch nach 10-maligem Abklopfen.
 Zwei alte Themen nochmals mit Pastellfarben wiederholt.
Dann kamen weiter Versuche mit Portraits und der Erreichung von Ähnlichkeit.
   Das sollen alles große Stars sein.
Ansonsten blieben die weiteren Versuche:
Ein Versuch mit Ölkreiden - nicht sehr überzeugend.
Ein Versuch mit Pastellkreiden. So stark verrieben und gesprayed, dass einem übel werden könnte.Wahrscheinlich sieht der Kopf deswegen so aus.
Skizzen in Kohle
Die Familie in Pastell, etwas verfremdet,aber (meiner Meinung nach) ganz gut.
Hier ein Versuch auf Ingrespapier. Hat wohl ganz gut geklappt.
Dann der Versuch auf dem Plüschpapier. Die Farbaufnahme ist enorm, doch das Bild sieht immer etwas unscharf aus. Und das nicht nur auf den vorliegenden Fotos. Zumindest meine Kamera weigert sich bei dieser Oberfläche scharf zu stellen.
  Der Hirsch sollte für meine Vater sein, aber dieser hier hat deutlich Basedow, daher wanderte er in die Sammlung “Ablage”.
Der Hummer ist farblich recht eindruckvoll.
Und hier auf einem großen Fotokarton.
Die nun folgenden drei Bilder sind auf einer Geschäftsreise entstanden. Ich hatte einen Block mit Ingrespapier und Oelpastelle dabei. Eigentlich hatte ich gar keine rechte Lust, denn ich war ziemlich müde. Dass gerade da etwas dabei herausgekommen ist, was mir heute noch recht gut gefällt, überrascht umsomehr. 
 Dann wollte ich mit möglichst hohen Kontrasten arbeiten und habe dazu ein paar Skizzen gemacht, allerdings bisher nicht umgesetzt.
Es folgten ein paar Bilder mit Pastellen, Kreiden und Kohle. Manche Kohle hat ein wunderbares tiefes, samtiges Schwarz. Verschiedene Hölzer aus einem Lagerfeuer geben auch total unterschiedliche Tönungen und Strukturen.
 
Dann kam eine Serie von Köpfen auf dem bereits erwähnten Flauschpapier . Die wurden ganz gut, so gut, dass sie lange an der Wand hängten und ich keine Bilder der Besten jetzt zur Verfügung habe (kommen aber bald mal). Eines davon:
Ich habe mir dann natürlich auch immer wieder mal Pastellstifte gekauft und ausprobiert. Vor allem die Metallisierenden und das Gold hatten mir es dann angetan.
Kurz vor Jahresende war ich wohl noch mal richtig aufs Testen aus, denn ich habe es mal mit Oelpastellen versucht. Aber die liegen mir nicht. Haben zwar tolle Farben und Leuchtkraft, halten von alleine auf dem Block bzw. Papier, aber die Konsistenz ist mir zuwider.
Der vorletzte Versuch in 2002 galt einer Packung Aquarellstiften. Damit komme ich gleich gar nicht zurecht. Der Mischmasch aus Linie und Verlauf in der damals versuchten Version war auch nichts für mich.
Dann der letzte Versuch und der sollte einiges bei mir ändern. Altes Fax-Papier von der Rolle, ein Pinsel und alte Aquarellfarben. Es kam eine Spielerei heraus, die mir von den Farben, den Verläufen und den Lichtern toll gefiel. Hatte ich mein Medium gefunden?
|